Wie bereitest du dich auf das Erreichen eines dir wirklich wichtigen Ziels vor? Und was tust du, um dich daran glauben zu lassen, dass du es wirklich schaffen kannst? Alex Honnold hat 2017 in knapp vier Stunden ohne jede Sicherung die 900 Meter hohe, extrem steile, glatte und schwierige Felswand des El Capitan, für die gute Kletterer mehrere Tage benötigen, durchstiegen. Diese Leistung wurde danach als die „Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“ (Tommy Caldwell) bezeichnet. Honnolds erster Versuch am El Capitan 2016, den er abgebrochen hatte, lehrte ihn, dass er in erster Linie noch mehr Training und Erfahrung benötigt, um die Steilwand tatsächlich zu meistern.

Der Schlüssel für Alex Honnolds Erfolg war, sich bestmöglich auf jede Situation vorzubereiten und den Bewegungsablauf für die schwierigen Stellen in der Wand auswendig zu lernen. Aber selbst dieser enorme Aufwand war nur ein Teil seiner Vorbereitung: „Honnold säuberte die Route (in der Steilwand) von losem Gestein, schnitt Gras und Büsche. Er wusste, wo und wann die Sonne auf die Wand trifft. Er visualisierte alle möglichen Situationen, eine Maus in einem Felsriss, einen Vogel, der sich auf seinen Arm setzt und davonfliegt. … Irgendwann hatte Honnold seine Vorbereitungsliste durch. Er wusste: ´Okay, es ist Zeit. Ich werde nie besser vorbereitet sein als in diesem Moment. Jetzt oder nie.´ In kleinen Schritten, durch harte Arbeit, hatte er seine Komfortzone so ausgeweitet, dass ein Projekt, das vor Jahren unmöglich schien, normal und machbar wirkte.“ Link zum Artikel

Am Ende geht es bei jedem Vorhaben, das wirklich eine Bedeutung hat, darum, den Raum für Fragen und Zweifel möglichst klein zu halten. Deshalb macht es Sinn, darüber nachzudenken, welcher Vogel bei einer kommenden Präsentation sich auf den eigenen Arm setzen könnte oder welch anderer störender Faktor einen zukünftigen Erfolg verhindern könnte. Es ist selbstverständlich nicht möglich, auf alles vorbereitet zu sein. Dennoch ist es wichtig, sich auf das, was einem bewusst ist, dass es passieren kann, vorzubereiten, um Lösungen dafür parat zu haben. Außerdem geht es darum, wenn es darauf ankommt, eine Schockstarre zu vermeiden, indem man sich darauf trainiert hat, auf Unvorhergesehenes, Überraschendes reagieren zu können.

Zum Thema Überraschung schreibt Gabriele Fischer, Chefredakteurin von brand eins (Heft 52): „Die Überraschung auszuschließen ist in (schwierigen) Zeiten wie diesen nahezu unmöglich. Sie anzunehmen und daraus neue Fragen und Lösungen zu entwickeln, die deutlich Erfolg versprechendere Idee.“ Und genau darum geht es: Durch eine gewissenhafte Vorbereitung die eigenen Fähigkeiten zur Annahme und Entwicklung im Falle einer Überraschung zu verbessern. Oder wie es Chesley B. Sullenberger ausdrücken würde: Überraschungen mit persönlichem Wissen (das sich durch gewissenhaftes Vorbereiten vergrößert) begegnen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen